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8. April – Blinde Kuh

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8. Wer sagt, dass man beim Zeichnen auf’s Papier schauen muss? (Wahrnehmung)

Heute lege ich dir meine absolute Lieblingsübung an’s Herz: Zeichnen, ohne hinzusehen!

WAS?! Das klingt verrückt! Wie soll das denn funktionieren?!

DAS habe ich mich damals auch gefragt. Doch mittlerweile weiß ich, dass diese Übung nicht nur unheimlich viel Spaß macht, sie schult vor allem deine Wahrnehmung und Motorik.

Also folgendes: Suche dir einen Haushaltsgegenstand deiner Wahl, etwas, das jeder zuhause hat. Ein Staubsauger, eine Kartoffel, ein Telefon, eine Rolle Klopapier (hoffentlich). Lege diesen Gegenstand mit ein wenig Abstand vor dir auf den Tisch. Direkt vor dir platzierst du nun ein Papier und schnappst dir einen Stift deiner Wahl. Setze nun den Stift auf dem Papier an und klebe deinen Blick am Gegenstand fest. Lass den Stift einfach fließen – schau dir die Umrisse deines Gegenstandes an und fahr’ sie nach. Versuche den Stift möglichst selten vom Papier zu heben. Lass deinen inneren Kritiker so sehr toben wie er will, und genieße den Prozess!

Das ganze dauert nur ein paar Minuten. Nicht schummeln! Wenn du dann anschließend auf’s Papier schaust, wirst du hoffentlich grinsen müssen.

Probiere es ruhig mit ein paar verschiedenen Gegenständen oder zeichne mit einem andersfarbigen Stift nochmal über das selbe Papier – hier entstehen wirklich spannende Effekte.

Es ist wie gesagt eine Wahrnehmungsübung. Nichtsdestotrotz können tolle Bilder dabei entstehen. Je öfter du diese Übung wiederholst, desto genauer wird die “Übersetzung” deiner Augen hin zu deiner Motorik. Wenn du zukünftig etwas in deiner Umgebung abzeichnest, wirst du automatisch seltener auf dein Papier gucken und dadurch das Objekt wesentlich genauer beobachten.

Hier noch ein Beispiel (allerdings von einem Gemälde):

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